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Mittelmeerwinde:



Bochorno- Ein schwüler Wind, bzw. generell schwüles Wetter im Ebrotal. Es handelt sich meist um eine Schirokkolage.

Bora- Ein kalter Fallwind an der Daltmatinischen Küste im Winter, wenn kalte Kontinentalluft die Adria erreicht. Sie ist sehr stürmisch und böig. Die Böen erreichen manchmal 100 Knoten. Man unterscheidet zwischen zyklonaler (Teifdruck) Bora (bora scura=schwarze Bora) mit Wolken und Regen sowie antizyklonaler (Hochdruck) Bora (bora chiara=weiße Bora). Die antizyklonale Bora ist an der Küste sehr intensiv, erstreckt sich aber nur über eine kurze Distanz auf See hinaus. Die kritische Geländeneigung für das Auftreten von Bora liegt bei 1:100.

Cers- Name für den Mistral in Katalonien, Narbonne und in Teilen der Provence. Er ist im Winter kalt, im Sommer warm. Die Böen erreichen oft 10 Bft. Der Himmel ist fast immer klar und die Luft relativ trocken. Ein ähnlicher nördlicher Wind in Spanien wird Cierzo genannt.

Chili- Ein warmer trockener Fallwind in Tunesien, ähnlich dem Schirokko. In Südalgerien wird er Chichili genannt.

Chortiatis- In der Bucht von Saloniki vom Gebirgsstock der Chalkidike herabwehende Fallwind.

Cierzo- Spanische Bezeichnung für den Mistral im unteren Ebrotal. Er tritt hauptsächlich im Herbst und im frühen Winter auf. Vergleiche Cers.

Contrastes- In der Straße von Gibraltar und im Alboranmeer auf kurze Distanz entgegengesetzte Winde, oft von Gewittern, Regenböen und Windhosen begleitet.

Criador- In Spanien regenbringender Westwind, dessen Name wohl von creator=Erzeuger stammt und damit auf die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit hinweist.

Emvatis, Embatis, Batis- Täglicher Seewind in der warmen Jahreszeit an den Küsten Griechenlands.

Etesien- Die im östlichen Mittelmeer, speziell in der Ägäis, im Sommer vorherrschenden nördlichen Winde. Der Maestro in der Adria entspricht diesem Windsystem. Ursache ist ein starkes Tief, das von Mesopotamien nis nach Nordwestindien reicht. Der türkische Name für dieses Windsystem ist Meltemi.

Föhn- Ein warmer trockener Wind auf der Leeseite einer Gebirgkette. Bei einer starken nördlichen Strömung tritt an der Südseite der Alpen Föhn auf.

Forano- Ein Seewind bei Neapel.

Furiani- Starke Böen vor der Po-Mündung bei südwestlichen (Libeccio) bis südöstlichen Winden.

Gallego- Ein kalter nordwestlicher Wind oder nördlicher Wind in Spanien und Portugal.

Garbé- Seewind an der katalonischen Küste.

Ghibli- Ein heißer staubiger Wüstenwind an der Libyschen Küste.

Gharra- An der Küste der Syrte in Libyen winterliche Gewitterböen aus Nordost.

Gregale- Ein starker Nordostwind im zentralen und westlichen Mittelmeer. Er entsteht bei hohem Luftdruck über Mitteleuropa bzw. dem Balkan und einem Tief über Libyen und kann mehere Tage andauern. Im Winter ist eine derartige Wetterlage am häufigsten. Manchmal tritt er auch nur kurzzeitig auf, wenn ein Tief rasch über das südliche Mittelmeer hinweg ostwärts zieht.

Khamsin- Ein trockener, heißer und staubiger Wüstenwind in Ägypten und über dem Roten Meer. Es handelt sich um einen südlichen Wind auf der Vorderseite von Teifdruckgebieten, die über Nordafrika oder das südöstliche Mittelmeer hinweg ostwärts ziehen. Häufigste Jahreszeit für das Auftreten des Khamsin ist das Frühjahr, wobei er oft von Staubstürmen begleitet ist. Bei Passage des Tiefdruckgebietes bringt eine Kaltfront einen plötzliche Temperatursturz. Sein Name leitet sich davon ab, daß er im Frühjahr oft während einer 50 Tage (Khamsin=arab. 50) dauernden Periode weht.

Levant- Die französische Bezeichnung für einen Ost- bis Nordostwind. Levant blanc heißt er im Zusammenhang mit schönem Wetter. In Katalonien ist der Name Llevant.

Levante- Die spansische Bezeichnung für einen Ost- bis Nordostwind zwischen Südfrankreich und Gibraltar.

Levantera- Ein beständiger Wind aus östlichen Richtungen im Bereich der Adria, der gewöhnlich wolkenreiche Wetter bringt.

Leveche- Der Name für den Schirokko in Spanien. Ein heißer und staubiger Wind um Süd auf der Vorderseite von Teifdruckgebieten.

Libeccio- Italienischer Name für einen Südwestwind; von den Kroaten wird er Garbin genannt, Garbinada oder Lebic, von den Griechen auch Garbis genannt. Auch im Roussillon in der Provence wird ein regnerischer, feuchtwarmer Südwestwind Garbin oder Garbi genannt. Vor allem im Winter oft stürmisch und im Sommer und Herbst von Gewittern begleitet.

Livas- In Griechenland ursprünglich (vom Antiken Lips) ein warmer Südwestwind, der heute auch Garbis genannt wird. Heute wird in Grichenland jeder föhnig erwärmte Fallwind Livas genannt.

Lebetg oder Lebetjado- Ein föhnig erwärmter Südwestwind im Roussillon (Ostpyrenäen).

Levantades (franz. Levants)- An der Ostküste Spaniens im Zusammenhang mit Kaltlufteinbrüchen böige nordöstliche Winde.

Lombarde- Ein östlicher Wind (aus der Lombardei) an der französisch-italienischen Grenze. Im Winter ist er am stärksten und bringt manchmal Schneefälle.

Maestral- In Spanien Bezeichnung für den Mistral, also einen kalten Nord- bis Nordwestwind. Dieser ist schwächer ausgeprägt als im Rhonetal oder Golf de Lyon.

Maestro- Ein nordwestlicher Schönwetterwind, der vor allem im Sommer über der Adria weht. Er entspricht dem Etesien in Griechenland.

Mamatele- (auch Mamaliti oder Mamatili) Ein leichter Nordwestwind auf Sizilien. Eine Form des Mistral.

Maledetto Levante- „Verdammter Ostwind", Bezeichnung des Schirokko auf Sardinien.

Mangofango- Siehe Mistral.

Marais- (oder marais barométriques, wörtlich „barometrischer Sumpf) In Frankreich flache Druckverteilung bei sommerlichen Gewitterlagen mit schwachen umlaufenden Winden.

Marin- Ein warmer feuchter Südostwind an der französischen Mittelmeerküste. Besonders häufig ist er im Frühjahr und Herbst und bring oft Regen. Wenn er ohne Fronten unter Hochdruckeinfluß auftritt, wird er „marin blanc" genannt. Weitere Bezeichnungen sind Autan am Westrand der Cevennen, Aygalas in den südlichen Cevennen sowie Marinada an der Küste Kataloniens und im Roussillon.

Meltém- (auch Meltemi) Ein starker Nordost- bis Ostwind im Bosporus (auch an der bulgarischen Küste), der im Sommer oft plötzlich einsetzt und tagsüber weht. Türkischer Name für die Etesien.

Mistral- Ein starker bis stürmischer, böiger und kalter Nord- bis Nordwestwind, der durch das Rhonetal oder die Garonne-Carcassoone-Senke auf den Golf de Lyon vorstößt. Er entsteht bei einer Tiefdruckentwicklung über dem dem Golf von Genua oder dem Tyrrhenischnen Meer, wenn sich gleichzeitig ein Hoch von Westen nähert. Am häufigsten und stärksten ist er im Winter und Frühling. Er kann mitunter tagelang wehen.

Mit-Jorn- Auf den Balearen ein warmer feuchter Süd- bis Südwestwind.

Norte- Der winterliche Nordwind in Spanien.

Osure- Ein stürmischer Nord- bis Nordostwind im Golfe de Lion.

Ponente- Bezeichnung für den Westwind an der französischen Mittelmeerküste, auf Korsika sowie an der Küste Spaniens.

Quarnero, Kvarnero- Auf Istrien Bezeichnung für die Bora, nach dem Quarnero Golf benannt, in dem die Bora am heftigsten weht.

Raffiche, Refoli- Fallböen (von den Bergen) im westlichen Mittelmeer.

Rageas, Ragne, Ghaziyah- Ein böiger Landwind in der Bucht von Iskenderun (nahe der türkisch-syrischen Grenze).

Refoli, Reffoli- Auf Istrien heftige Kaltluftböen der Bora.

Les Respos- An der französischen Mittelmeerküste mistralähnliche Nordostwinde.

Riefne- Bezeichnung für starken Sturm bei Malta.

Schirokko, Scirocco, Sirocco- Ein warmer Süd- oder Südostwind auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten. Die Luft kommt dabei aus der Sahara und ist als Wüstenwind zunächst trocken und staubig. &UUMLber dem Mittelmeer nimmt die Feuchte zu, so daß im nördlichen Mittelmeerraum bei Schirokkolagen Regen oder Nebel auftreten kann.

Simoon- Ein starker, staubiger Wüstenwind in Israel, Syrien und allgemein in Sahara sowie auf der Arabischen Halbinsel. Die Temperatur kann 45 Grad C übersteigen und die Luftfeuchtigkeit auf 10 Prozent zurückgehen. Der Name bedeutet Giftwind und wurde deshalb gewählt, weil es bei seinem Einsetzen oft Fälle von Hitzschlag gibt.

Solano- Ein regenbringender südöstlicher oder östlicher Wind an der Südostküste Spaniens im Sommer.

Tarantala- Eine starke nordwestliche Brise.

Terral- Bezeichnung für den Landwind an der spanischen Küste.

Tramontana- Ein kalter Nordost- oder Nordwind im westlichen Mittelmeer. An der Cote d´Azur heißt er auch Montagnére oder Montagneuse.

Tramuntana- Bezeichnung für einen mistralähnlichen Wind in Nordwestspanien.

Tsiknias- Fallwinde an den Südküsten der Inseln in der Ägäis bei einer Etesienwetterlage. Der Name wird vorwiegend auf Tinos gebraucht.

Vardar, Vardarac- Ein kalter nordwestlicher Wind im Vardartal, der auf den Golf von Saloniki hinaus weht.

Vendaval- Ein stürmischer Südwestwind an der spansischen Süd- und Südostküste.

Vorias- Winterliche feuchtkalte Nordwinde in der Ägäis.

Xaloch, Xaloque, Xaroco- Siehe Schirokko.

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